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Zykluswissen: Leben im Einklang mit den natürlichen Zyklen


Zyklusrad, welches die vier Zyklusphasen der Frau, die vier Mondphasen und die vier Jahreszeiten miteinander in Verbindung bringt

In unseren Breiten erleben wir bewusst den Wechsel der vier Jahreszeiten. Bei den Mondphasen ist es insbesondere der Vollmond, der unübersehbar seinen Platz am Himmel einnimmt und Einfluss auf den Schlaf und die Stimmung nehmen kann. Doch wie sieht es aus mit dem weiblichen Zyklus? Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie du dich, deine Freundin, Tochter, Mutter... sich im Verlauf des Monats veränder(s)t? Nimmst du Veränderungen wahr in den unterschiedlichen Phasen? Oder fragst du dich manchmal, warum dir heute alles so schwerfällt, obwohl es gerade noch wie am Schnürchen lief? Wieso du plötzlich keine Lust mehr auf Gesellschaft hast, wo du dich in der Woche zuvor pudelwohl gefühlt hast unter Menschen? Die vier Jahreszeiten, die Mondphasen, die Elemente und die Zyklusphasen der Frau haben mehr miteinander zu tun, als dir bisher vielleicht bewusst war. Und möglicherweise wird es durch diesen Vergleich auch einfacher, den komplexen weiblichen Zyklus zu verstehen. Schauen wir uns das einmal genauer an.

Im Frühling erwacht alles zu neuem Leben. Was im Winter kahl war, beginnt, sich in sattes Grün zu wandeln. Die Temperaturen steigen, die Tage werden gefühlsmässig länger und die Menschen fühlen sich wieder leichter und lebendiger. Diese üppige Zeit des Wachstums entspricht dem zunehmenden Mond und dem Element Luft, welches für Beweglichkeit und Leichtigkeit steht, sowie für Kommunikation und Freiheit. Der Archetyp, der den Neubeginn des weiblichen Zyklus repräsentiert, ist das junge Mädchen, die Jungfrau oder die Göttin. Im Körper der Frau ist es das Heranreifen der Eizelle, die den Beginn des neuen Zyklus einleitet. Zeitgleich baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf, um sich auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Es geht also auch hier um Wachstum. Doch der weibliche Zyklus betrifft nicht nur die Fortpflanzung. Aufgrund der schwankenden Hormone nimmt er auch einen grossen Einfluss auf die Stimmung, die Energie, das Wohlbefinden und das ganze Wesen der Frau. Zu Beginn eines neuen Zyklus steigen die Hormone an, was bewirkt, dass sich die Aufmerksamkeit zunehmend nach Aussen richtet. Der Neubeginn ist gekennzeichnet von Klarheit, verspielter Leichtigkeit und Kreativität. Die strahlende Schönheit der erwachenden Natur inspiriert dazu, neue Ideen und Projekte zu planen. Beflügelt von Tatendrang und Motivation.

In der Sommerzeit zeigt sich das Naturreich in seiner ganzen Pracht. Alles steht in voller Blüte, wo man hinschaut, bringt sich das Leben zum Ausdruck. Passend zur Fülle der Natur präsentiert sich der Vollmond, kugelrund und strahlend hell. Das vorherrschende Element ist Feuer, das Leidenschaft und Energie, Ehrgeiz und Tatkraft symbolisiert. Der Archetyp ist die Mutter und die Heilerin. Im weiblichen Körper repräsentiert der Eisprung den Höhepunkt des Zyklus. Er ist nicht nur unabdingbar für die Fortpflanzung, sondern auch von immenser Bedeutung für einen natürlichen Zyklus und einen gesunden Frauenkörper. Ohne Eisprung wird kein Progesteron gebildet, was den Körper in ein hormonelles Ungleichgewicht bringt. Wenn die Frau hormonell verhütet, wird der Eisprung unterdrückt, was für das ganze System weitreichende Folgen hat. Findet jedoch ein Eisprung statt, so erreichen die Hormone und das Energielevel ihren Höhepunkt. Der Körper ist auf Fruchtbarkeit eingestellt, die Frau ist im Flow, fröhlich, anziehend und selbstbewusst. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, die Dynamik zu nutzen, um die in der Follikelphase geplanten Projekte umzusetzen.

Nach der Überschwänglichkeit des Sommers folgt der Herbst. Die reifen Früchte werden geerntet, bevor sich die Blätter der Bäume verfärben und sich schliesslich von den Ästen lösen. Die Tage werden durch das schwindende Licht der Sonne kürzer, während die Temperaturen wieder sinken. Diese Phase wird mit dem abnehmenden Mond und dem Element Wasser in Verbindung gebracht, welches für Gefühle und Sensibilität steht. Der Archetyp ist die wilde Frau oder die Zauberin. Nach dem Eisprung wir der leere Follikel zu einem sogenannten Gelbkörper, der das Hormon Progesteron bildet, während sich das Ei auf den Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter macht. Falls es zu einer Befruchtung kam, ist dies die Zeit der Einnistung und der mögliche Beginn einer Schwangerschaft. Wenn nicht, schrumpft der Gelbkörper ein und das Progesteron sinkt wieder ab. Mit dem Hormonspiegel flaut auch die Energie langsam ab und die Aufmerksamkeit richtet sich erneut nach innen. Es geht nun um Themen wie Abschluss, Abgrenzung, Loslassen und Ausmisten. Aber auch um Selbstfürsorge. Der Fokus liegt auf dem grossen Ganzen und die Intuition nimmt zu, was eine hervorragende Grundlage für das Treffen von Entscheidungen bildet.

Im Winter zieht sich die Natur wieder zurück. Ruhe und Stille kehren ein. Während ein Zyklus zu Ende geht, wird gleichzeitig die Basis für einen Neubeginn gelegt. Es ist die Phase des Neumondes, der die Nacht in Dunkelheit hüllt. Das verbundene Element ist die Erde, die für Stabilität und Beständigkeit steht. Der Archetyp ist die alte Weise und die Zyklusphase die Menstruation. Die Hormone haben ihren Tiefpunkt erreicht, was erklärt, dass sich die Frau in dieser Phase manchmal nicht sonderlich wohl fühlt in ihrem Körper und sich am liebsten zurückzieht und ausruht. Es wäre auch sinnvoll, sich ganz bewusst nach innen zu wenden und der Reinigung hinzugeben, um wieder neue Kraft für den kommenden Zyklus zu sammeln. Alles, was nicht mehr dient, darf sich lösen und abfliessen. In der Ruhe kommen die Lösungen für bestehende Probleme manchmal wie von selbst. Dies liegt auch daran, dass der Zugang zur inneren Weisheit jetzt am grössten ist. Wenn sie genutzt wird, können in dieser Phase kraftvolle Visionen entstehen, die mit Beginn des nächsten Zyklus Gestalt annehmen dürfen.

 
 
 

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